Erster Workshop mit dem Supreme Court und den Courts of Appeal im Südsudan

Die Max-Planck-Stiftung startet eine Reihe von Workshops zum Kapazitätenaufbau im Bereich der Übergangsjustiz

Vom 20.–21. sowie vom 24.–25. Oktober 2016 organisierte die Max-Planck-Stiftung in Kooperation mit dem Supreme Court und den Courts of Appeal im Südsudan den ersten Workshop im Rahmen eines Projektes zur Unterstützung des Kapazitätenaufbaus im Bereich der Übergangsjustiz des südsudanesischen Supreme Court und der Courts of Appeal. Im Rahmen des aus drei Komponenten bestehenden Projektes wird die Max-Planck-Stiftung den Mitgliedern des Supreme Courts und den Berufungsgerichten fachliche Expertise vermitteln, welche für die Umsetzung der im Friedensabkommen Compromise Agreement on the Resolution of the Conflict in the Republic of South Sudan (IGAD-Plus Agreement) vorgesehenen Mechanismen der Übergangsjustiz von Bedeutung ist. Der Workshop fand in der südsudanesischen Hauptstadt Dschuba statt.

Der erste Workshop mit dem Titel „Einführung in die Übergangsjustiz” wurde von zwei Mitarbeitern der Max-Planck-Stiftung durchgeführt. Der Workshop führte die Mitglieder beider Gerichte in die völkerrechtlichen Grundlagen der Übergangsjustiz ein, insbesondere die Quellen des Völkerrechts und seine Adressaten, das Völkerrecht aus regionaler Perspektive, die Bereiche und Rechtsquellen mit Bezug zur Übergangsjustiz und der Schutz des Individuums im humanitären Völkerrecht. Zudem erfolgte eine Einführung in die Übergangsjustiz aus rechtsvergleichender Perspektive anhand von Fallstudien, die die Anwendung der verschiedenen Mechanismen beinhalteten. Ziel des Workshops war eine umfassende Einführung in das Thema der Übergangsjustiz.

Der Workshop wurde von dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Südsudan, Johannes Lehne, dem Chief Justice des Supreme Court, Richter Reec Madut, und der Leiterin der Subsahara-Afrika Projekte der Max-Planck-Stiftung für Internationalen Frieden und Rechtsstaatlichkeit eröffnet. Der Workshop war die erste Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Supporting Transitional Justice Capacities in South Sudan“, welches vom Auswärtigen Amt finanziert und von der Max-Planck-Stiftung umgesetzt wird.