Max-Planck-Experten veranstalten Workshops zum Völkerrecht in Khartum, Sudan

Capacity-Building für Ministerialbeamte des sudanesischen Justizministeriums und Anwälte der sudanesischen Anwaltskammer

Die Workshops setzten die bestehende Zusammenarbeit der Max-Planck-Stiftung mit der sudanesischen Anwaltskammer und dem Justizministerium fort. Sie wurden mit dem Ziel durchgeführt, Rechtsberater/-innen und Anwält/-innen der beiden Institutionen dabei zu unterstützen, institutionelle Kapazitäten im Völkerrecht aufzubauen und zu erweitern. Ein besonderer Fokus lag hierbei auch auf der Vorbereitung von Folgeseminaren zum Thema Grenz- und Wasserrecht.

Die Teilnehmer/-innen erhielten Manuals mit allen relevanten internationalen, regionalen und nationalen Rechtstexten. Die Hauptthemen der Workshops waren die historische Entwicklung des Völkerrechts und seine Quellen, Völkerrechtssubjekte, das System der Vereinten Nationen (VN) und weiterer VN-Organe, regionale Organisationen (vor allem die Afrikanische Union und COMESA), Vertragsrecht, Staatennachfolge in Vertragsangelegenheiten und Staatsverantwortung.

In Einklang mit den behandelten Themen wurden den Teilnehmer/-innen die wichtigsten internationalen Abkommen, Verträge und Konventionen auf englischer und arabischer Sprache zur Verfügung gestellt, um die Einarbeitung in die Thematik zu erleichtern.

Die Konventionen sowie bilateralen und multilateralen Verträge, die der Sudan ratifiziert hat, wurden ausführlich diskutiert, um die Teilnehmer/-innen mit den relevanten Dokumenten und dem einschlägigen Rechtssystem vertraut zu machen. Alle vorgestellten Konzepte und Rechtsvorschriften wurden um vergleichbare Beispiele aus der Staatspraxis ergänzt.

Seit der Abspaltung des Südsudans vom Sudan hat das Thema Grenzen und Wasserrecht stark an Bedeutung gewonnen. Der Workshop war daher auch darauf ausgerichtet, den Teilnehmer/-innen grundlegendes Wissen und Verständnis für den folgenden Workshop zu vermitteln, in dem Aspekte von Grenzen und Wasserrecht behandelt werden. Hierbei sollte besonderer Augenmerk auf die Bedeutung des Themas für friedvolle Beziehungen und für das sozio-ökonomisches Wohl des Sudans und seiner Nachbarstaaten (besonders Ägypten und Südsudan) im Kontext von Grenzstreitigkeiten und einer gerechten gemeinsamen Nutzung von Ressourcen gelegt werden.

Die Workshops wurden vom Deutschen Auswärtigen Amt finanziert und mit der Unterstützung des Justizministeriums und der sudanesischen Anwaltskammer durchgeführt. Sie fanden in den Ausbildungsräumen der beiden Institutionen statt.