Doktoranden-programm für afghanische Juristen

Der Bedarf an juristisch-akademischer Bildung in Afghanistan ist seit 2001 stetig gestiegen. Das Bildungssystem hingegen hat sich dem nur langsam angepasst, so dass Jurastudenten, die es sich leisten können, im Ausland studieren. Ein Grund für die unzureichenden Studienanagebote ist die Regulierung (Layaha) für Höhere Bildungsprogramme in Afghanistan, wonach juristische Fakultäten mindestens vier promovierte Dozenten als Mitarbeiter benötigen, um ein eigenes Masterprogramm anbieten zu können.

Genau hier setzt das Doktorandenprogramm an: Es wird erwartet, dass einige staatliche Universitäten (insbesondere diejenigen in Mazar-e Scharif und Herat) mittels des Hamida-Barmaki-Doktoranden-Stipendiums in die Lage versetzt werden, ihre Fakultäten mit promovierten Lehrkräften zu bereichern und somit Aufbaustudienkurse anzubieten. Das Projekt unterstützt zudem besonders herausragende afghanische Juristen/-innen, um einen hochwertigen juristischen Diskurs und signifikante Expertise zu erhalten, vor allem in den Bereichen Staatsführung und öffentliche Angelegenheiten.

Die Max-Planck-Stiftung hat das „Hamida-Barmaki-Doktoranden-Stipendium“ derzeit an 13 talentierte und engagierte Juradozenten vergeben. Das Stipendium umfasst sowohl finanzielle als auch akademische Unterstützung für die Ausarbeitung der Promotionsvorhaben. Derzeit sind die Doktoranden an Universitäten in Deutschland, Australien, den Niederlanden, Großbritannien und dem Iran eingeschrieben. Zuvor haben alle Teilnehmer/-innen rechtswissenschaftliche Abschlüsse in den USA, Australien, Frankreich, Italien oder China erworben. Die Doktoranden promovieren zu breitgefächerten Themen und Problemstellungen. Diese sind in diversen juristischen Fachgebieten zu verorten, darunter internationales Wirtschaftsrecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht aus historischer Perspektive und geistiges Eigentumsrecht. Das Stipendium bietet dabei nicht nur die Finanzierung mehrerer Forschungsaufenthalte im Ausland, sondern umfasst darüber hinaus eine große Auswahl an akademischen Kursen sowie Beratung durch erfahrene Professoren und Max-Planck-Experten.

Um personelle Kontinuität an ihren Heimatinstitutionen zu gewährleisten, setzen die meisten Stipendiaten ihre Lehrtätigkeit während der Zeit des Stipendiums fort. Afghanischem Recht zufolge sind sie anschließend verpflichtet, nach Afghanistan zurückzukehren und dort für eine bestimmte Zeit als Hochschuldozenten zu lehren. Auf diese Weise sollen die Fachkenntnisse, die die Promotionsstipendiaten während ihrer Forschungsaufenthalte im Ausland erwerben konnten, auch in Afghanistan zur Entwicklung des Landes beitragen.

Laufzeit

1. Januar 2014–31. Dezember 2017

Finanzierung