Myanmar (abgeschlossenes Projekt)

Reform der Juristenausbildung (Generalstaatsanwaltschaft)

Mit dem Beginn der Demokratisierung und der Öffnung Myanmars für die internationale Zusammenarbeit im Jahr 2011 hat sich auch der Austausch zwischen myanmarischen und deutschen Rechtsexperten/-innen intensiviert.

Im Juni 2013 nahm ein Vertreter der Max-Planck-Stiftung auf Einladung der Generalstaatsanwaltschaft des Landes an einem Workshop in der Hauptstadt Naypyitaw teil. Thema des Workshops war die Vorbereitung einer grundlegenden Reform der juristischen Ausbildung. Dem Stiftungsvertreter oblag es, als Leiter einer Arbeitsgruppe mit myanmarischen und internationalen Juristen zu analysieren, welches Fachwissen die Staatsanwälte („law officers“) verschiedener Rangstufen künftig benötigen. Koordiniert wurde die Veranstaltung vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

Dabei sind strukturelle Schwierigkeiten in der Juristenausbildung in Myanmar zu überwinden. So ist die juristische Ausbildung in Myanmar derzeit noch unzureichend. Viele Studienabsolventen/-innen haben nicht im Austausch mit Professoren und Kommilitonen auf einem Campus, sondern zuhause studiert. Studiensprachen sind Englisch, was die Juristen zwar schriftlich, jedoch kaum mündlich beherrschen, und Burmesisch. Diese Sprachkonstellation ist ein Relikt der britischen Kolonialzeit.

Auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops arbeitet die Max-Planck-Stiftung an Konzepten für die Reform der Juristenausbildung in der Generalstaatsanwaltschaft mit. Ein wichtiges erstes Thema sind Fair Trial Standards.

In Zusammenarbeit mit der „International Development Law Organization (IDLO)“ führten Mitarbeiter/-innen der Max-Planck-Stiftung im November 2013 eine interaktive Schulung für Staatsanwälte aus Myanmar durch, die durch das United Nations Development Program (UNDP) finanziert wurde. Sie fand im Büro der Generalanwaltschaft (UAGO) in NayPiyTaw statt.

Die Schulung wurde als erster Teil eines größer angelegten Pilotprojektes organisiert. Im Rahmen des einwöchigen Workshops kamen moderne Schulungsmethoden zum Einsatz, die ausgewählte Trainer/-innen dazu befähigen, zukünftig selbst Workshops zu den Standards eines fairen Verfahrens unter den Bedingungen des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) durchzuführen. Dadurch wurde bereits der Weg für weitere Trainerausbildungen bereitet.

Ziel der Expertinnen und Experten der Max-Planck-Stiftung war es, den Teilnehmer/-innen durch enge Zusammenarbeit ein grundlegendes Verständnis für die internationalen Standards des fairen Verfahrens zu vermitteln.

Die Max-Planck-Schulung zum fairen Verfahren war die erste ihrer Art, die in Zusammenarbeit mit der UAGO in Myanmar durchgeführt wurde.

Laufzeit

1. Mai 2013–31. Dezember 2013