Förderung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und friedlicher Konfliktbeilegung durch juristische Ausbildung und Beratung

Der halbautonomen Region des Südsudan wurde bereits vor Erlangung der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 eine eigene Verfassungsstruktur, die Interim Constitution of Southern Sudan (ICSS), für die Übergangsperiode von 2005–2011 durch ein Friedensabkommen (Comprehensive Peace Agreement CPA) garantiert. Nach dem Unabhängigkeitsreferendum des Südsudan ernannte Präsident Salva Kiir einen Fachausschuss, welcher die ICSS zu einer nationalen Verfassung ausarbeiten sollte. Die überarbeitete Verfassung wurde von dem regionalen Parlament, dem Southern Sudan Legislative Assembly (SSLA), am 6. Juli 2011 anerkannt.

Die Max-Planck-Stiftung war bereits vor der Abspaltung des Südsudan vom Sudan aktiv und ist es noch heute. Ihre Projekte sind die Fortsetzung der Forschungsprojekte der Arbeitsgruppe des Globalen Wissenstransfers des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (MPIL), das seit 2002 im Sudan aktiv ist. Nach dem Referendum im Januar 2011 begannen die Projekte im Südsudan mit einem Treffen hochrangiger Rechtsexperten in Heidelberg zum Thema der dortigen verfassungsrechtlichen Ordnung. Diese Initiative bot eine neutrale Plattform für Diskussionen über Veränderungen der ICSS und die Etablierung von Beziehungen zwischen dem Norden und dem Südsudan.