Max Planck Encyclopedia of Comparative Constitutional Law

Das Forschungsfeld des Vergleichenden Verfassungsrechts hat in den vergangenen Jahren wachsendes akademisches Interesse auf sich gezogen - nicht zuletzt aufgrund seiner beträchtlichen Relevanz für die Praxis. Konfrontiert mit Fragen zur Konzeption und Interpretation von Verfassungen suchen Regierungsbeamte und Richter oberster Gerichtshöfe immer mehr nach Unterstützung und Inspiration im Ausland. Einige neuere Verfassungen fordern sogar, dass das Verfassungsgericht bei seiner Entscheidungsfindung ausländische Rechtsprechung berücksichtigt. Ein Grund dafür ist, dass bestimmte zentrale Verfassungsgrundsätze und -garantien trotz weiterbestehender Unterschiede zwischen den Rechtskulturen mittlerweile eine breite Akzeptanz erfahren. Ein anderer Grund ist, dass Staaten, die innere Unruhen erfahren haben und eine neue Verfassung erarbeiten oder eine bereits existierende revidieren wollen, sich oft an den Verfassungen anderer Länder und allgemeinen konstitutionellen Trends orientieren.

Trotz der breiten Anerkennung der gesellschaftlichen Bedeutung dieses entstehenden Forschungsfeldes gibt es bisher nur wenige Referenzwerke. Hinzu kommt, dass das Feld des Vergleichenden Verfassungsrechts Juristen, Soziologen und Politikwissenschaftler gleichermaßen anzieht, die jedoch unterschiedlichen Zielen nachgehen und scheinbar inkompatible methodische Ansätze verwenden, was wiederum zu einer beträchtlichen Fragmentierung der Forschung führt.

Gefragt ist daher eine umfassende, inklusive Studie, die es dem Leser erlaubt, Verfassungsfragen vertieft und im jeweiligen Kontext (historisch, konzeptionell, regional) zu studieren, und zugleich die breitgefächerte Recherche verwandter Bereiche und Themen ermöglicht. Die Max Planck Encyclopedia of Comparative Constitutional Law strebt an, diese Lücke in der Fachliteratur zu schließen. Mit etwa 500 bis 600 von Fachgutachtern geprüften Einträgen wird das Werk alle Bereiche des Verfassungsrechts aus vergleichender Sicht abdecken und dabei Sozial- und Rechtswissenschaftler, die sämtliche Rechtskulturen repräsentieren, miteinbeziehen sowie den verschiedenen Methoden des Vergleichenden Verfassungsrechts und regional spezifischen Entwicklungen gebührende Beachtung schenken.

MPECCoL ist online abrufbar unter www.mpeccol.com.

Wissenschaftler und Praktiker des Verfassungsrechts, die daran interessiert sind, zur MPECCoL beizutragen, können ihre Anfragen an mpeccol(at)mpfpr.de richten.