Fünfter Capacity Building Workshop für Sudanesische Repräsentanten Politischer Parteien und Interessenvertreter

Max-Planck-Stiftung führt Workshop zu vergleichendem Verfassungsrecht in Khartum, Sudan, durch

In der zweiten Dezemberwoche führte die Max-Planck-Stiftung ihren fünften Workshop zu "Gestaltungsoptionen der Dezentralisierung und ihren möglichen Auswirkungen auf die Ressourcenverteilung und die Bevölkerungsvielfalt" für eine inklusive Gruppe von Repräsentanten/-innen politischer Parteien und Interessenvertreter/-innen durch. Das erste Mal innerhalb des Projektes lud die Max-Planck-Stiftung höherrangigere Repräsentanten/-innen zur Teilnahme an einem Workshop ein. Entsprechend setzte sich die Gruppe aus politischen Sekretären/-innen und Generalsekretären/-innen der politischen Parteien sowie aus einflussreichen Persönlichkeiten der sudanesischen Zivilgesellschaft und der verschiedenen sudanesischen Regionen zusammen.

Während die Sitzungen einerseits einen rechtsvergleichenden Ansatz verfolgten, um Diskussionen über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten einer Verfassung im Sudan zu begünstigen, richteten die Sitzungen andererseits ihre Aufmerksamkeit mit Vorträgen sudanesischer Experten auch konkret auf den sudanesischen Sachverhalt. Auf diesem Wege wurde sichergestellt, dass die Diskussionen während des Workshops stets im direkten Zusammenhang zum sudanesischen Kontext standen. Daher führte die Stiftung den Workshop mit der Unterstützung renommierter sudanesischer Experten sowie hochrangiger internationaler Experten durch.

Ihren Grundsätzen der Neutralität und Unabhängigkeit entsprechend, gelang es der Max-Planck-Stiftung, während des Workshops eine inklusive Gruppe zu versammeln. Vertreter aller wesentlichen politischen Parteien sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und der Regionen waren zugegen, die das weite Spektrum verschiedener politischer Positionen und grundlegender Vorstellungen zu den zukünftigen verfassungsrechtlichen Gestaltungsoptionen im Sudan repräsentierten. Das Format des Workshops war explizit darauf ausgerichtet, ein kollegiales Umfeld für den Dialog zu fördern. Darüber hinaus versuchte die Max-Planck-Stiftung während des Workshops zwischen den Teilnehmern/-innen eine Atmosphäre der Kommunikation, des Vertrauens sowie der Verantwortung für einen friedlichen Dialog und Verfassungsprozess zu schaffen. Das Gesamtprojekt will auf lange Sicht den Nationalen Dialog im Sudan unterstützen. Zu den einzelnen Projektaktivitäten gehört es, den Teilnehmern/-innen Elemente und Struktur von Verfassungsprozessen und die inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten einer Verfassung näher zu bringen. Letztendlich kann ein Nationaler Dialog nur durch die Kooperation zwischen den Mitwirkenden und in einem inklusiven Prozess erfolgreich sein. Die Projektaktivitäten setzen deshalb auf einen rechtsvergleichenden Ansatz, um Diskussionen über verfassungsrechtliche Gestaltungsoptionen zwischen den verschiedenen Interessengruppen anzuregen und voranzubringen. Dafür ist es notwendig, das gegenseitige Vertrauen stetig auszubauen und das Vertrauen zwischen den Mitwirkenden sowie den gesamten Prozess durch Aktivitäten wie gemeinsame Weiterbildungen zu stärken.

Die Max-Planck-Stiftung führt das Projekt im Sudan seit 2014 mit Finanzierung des Deutschen Auswärtigen Amtes und der Europäischen Union durch.