Staatliche und nichtstaatliche Formen der Konfliktbeilegung. Entscheidungsfindung im Spannungsfeld von Tradition, Religion und Staat

Forschungsprojekt in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB)

Im Jahr 2011 haben das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) und das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg (MPIL) gemeinsam eine Konferenz zu den Beziehungen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Konfliktlösungssystemen organisiert. Mittlerweile übernimmt die Max-Planck-Stiftung die Aufgabe des MPIL in diesem Projekt.

Zur Zeit arbeiten einige Forscher an einem Buch, das sich mit der Funktionsfähigkeit von gemischten traditionellen, religiösen und gesetzlichen normativen Ordnungen beschäftigt. Der Band behandelt unter anderem folgende Fragen: Wie treffen traditionelle Autoritäten und staatliche Gerichte in einem pluralen rechtlichen Kontext legitime Entscheidungen? Und inwiefern basiert legitime Konfliktlösung auf staatlichem Recht, oder – im Gegenteil – bedarf der Abwesenheit des Letzteren?

Fünf Fallstudien untersuchen die Interkonnektivität und Interaktion zwischen verschiedenen normativen Systemen. Die Skala reicht von den paschtunischen Dschirgas, die sich teilweise völlig der Kontrolle durch den pakistanischen Staat entziehen, bis hin zur Anwendung von Gewohnheitsrecht innerhalb eines gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Rahmens im Südsudan, Äthiopien, Südafrika und Bolivien. Als Brücke zwischen staatlichen und nichtstaatlichen, traditionellen Institutionen bestehen bzw. entstehen derzeit in vielen Ländern weltweit gesetzliche Regelungen.

Die Fallstudien zeigen die schwierigen Rechtsprobleme, die in diesem Kontext entstehen. Dazu zählen die Fragen der Legitimität von Gesetzgebung, der Universalität der Menschenrechte und der Konstruktion von kulturell inklusiven, aber trotzdem fairen und effektiven Justizsystemen.

Herausgeber
Matthias Kötter (WZB)
Tilmann J. Röder (Max-Planck-Stiftung)
Gunnar Folke Schuppert (WZB)
Rüdiger Wolfrum (Max-Planck-Stiftung)

Verlag

Palgrave Macmillan